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22. September 2004

Auswahlverfahren in 33 Studienfächern an der Universität Heidelberg

Die Fächer suchen ihre Studierenden meist anhand eines dreistufigen Kriterienkatalogs aus – 9500 Bewerbungen zum kommenden Wintersemester allein von "Bildungsinländern"

Als die Fächer Politik, Volkswirtschaft und Soziologie im Wintersemester 2003/2004 den örtlichen Numerus Clausus abschafften, weil die Verantwortlichen glaubten, die damit verpflichteten Auswahlverfahren nicht meistern zu können, bekamen sie prompt die bittere Quittung: Massenansturm junger Abiturienten. Die Zahl der Erstsemester stieg teils auf das Sechsfache an. Überfüllte Seminare, Vorlesungen und unzufriedene Studenten und Dozenten waren die Konsequenz. Jetzt hat sich an der Ruperto Carola ein Auswahlverfahren etabliert, dass die Belastung für einzelne Institute minimiert und das Auswahlkriterium Abiturnote verfeinert.

33 Studienfächer – von Soziologie über Informatik bis zur Biologie und Physik – haben das Verfahren bereits übernommen. Mit dabei sind sowohl die "kleinen Fächer" als auch Massenfächer wie Germanistik. Im Gegensatz zu wenigen Fächern, die aufwändige Tests und Interviews veranstalten, um ihren Nachwuchs zu rekrutieren, verläuft die reguläre Selektion der "besten Köpfe" hier standardisiert: Die Vergabe rarer Studienplätze wird nach Aktenlage entschieden.

Dafür haben die einzelnen Fächer einen dreistufigen Kriterienkatalog erarbeitet. Zunächst wird wie bei der Auswahl nach NC die Abi-Note gewertet. Hinzu kommen schließlich Noten, die die Bewerber in verschiedenen Oberstufen-Kursen erreicht haben. Meist werden Hauptfächer wie Deutsch, Englisch und Mathe gewichtet, in geisteswissenschaftlichen Fächern auch mal Geschichte oder Gemeinschaftskunde, in Naturwissenschaften zählen oft Ergebnisse aus Biologie oder Physik und Chemie. Als dritte Stufe können die Bewerber außerschulische soziale Aktivitäten und in einigen Fächern bereits absolvierte Ausbildungen angeben. Wer es beispielsweise zum Beamten im mittleren Dienst gebracht hat, wer Landesverwaltungs- oder Sozialversicherungsfachangestellter ist oder eine Lehre zum Buchhändler absolviert hat, eignet sich laut dem Institut für Politische Wissenschaft besser als Politikstudent und erhält Bonuspunkte.

Mit der Auswertung der Bewerbungen haben die meisten Institute keine Arbeit – dies erledigt das Studentensekretariat. Für die Verwaltung bedeuten die neuen Verfahren einen erheblichen Zeitaufwand: Innerhalb von vier Wochen müssen alle Bewerbungen begutachtet und die Zulassungsbescheide verschickt werden. "Zwei Wochen davon arbeiten wir praktisch Tag und Nacht", berichtet Birgit Kramer, Leiterin des Studentensekretariats. Acht Sachbearbeiterinnen und bis zu zehn studentische Hilfskräfte kümmern sich in der Zeit um nichts anderes. Denn die Bewerberzahlen in den 33 zulassungsbeschränkten Studienfächern haben sich in einem Jahr mehr als verdoppelt: von vormals 4600 auf aktuell 9465 Abiturienten – und das nur bei den "Bildungsinländern" aus Deutschland und der EU.

Nur ein paar Beispiele: Bei Jura gingen 2220 Bewerbungen für 203 Studienplätze ein, Übersetzen und Dolmetschen/Englisch 510 auf 114 Plätze, Pädagogik Hauptfach 354 auf 51 Plätze, Psychologie Nebenfach 456 Bewerbungen auf 60 Plätze und Politik (Hauptfach und Lehramt) 856 auf 65 Studienplätze.

Kramer ist sich sicher: Die Menge an Bewerbungen wird noch zunehmen. Geplant ist, dass für das Wintersemester 2005/2006 die Universitäten in den ZVS-Studiengängen 60 Prozent der Studienplätze selbst vergeben. Dr. Gerlinde Schlicker, Dezernentin für Studium und Lehre: "Das hat zur Folge: Die Zahl der Bewerbungen wird um weitere 9000 ansteigen." Schlicker stützt sich bei ihrer Prognose auf die Erfahrungen im Studiengang Rechtswissenschaft in den letzten zwei Jahren.
Alexander R. Wenisch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
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Tel. 06221 542310, Fax 542317
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